DBQ (Database Query) - Das neue Modul für den Aufbau und dieVerwaltung relationaler Datenbanken in PS-Explore

 

PS-Explore/DBQ dient der Abfrage und Suche von Datensätzen nach frei wählbaren Suchkriterien. Es ist daher vergleichbar sowohl mit MOLAP als auch mit der Filtertechnik von PS-Explore.

Der wesentliche Unterschied ist der, dass - während MOLAP und Filtertechnik sich auf ein geladenes Arbeitsblatt beziehen - DBQ unabhängig hiervon ist und direkt auf Datenbanken bzw. Tabellen sucht, die an beliebigen Stellen abgespeichert sind (zukünftig auch Tabellen aus Fremddatenbanken). Durch die Möglichkeit, Relationen zwischen mehreren Tabellen zu definieren, ist PS-Explore/DBQ den bisherigen Verfahren überlegen.

 

Exkurs: Eine relationale Datenbank ist eine Sammlung von Tabellen (sog. Relationen), in welchen Datensätze abgespeichert sind. Zum Beispiel beschreibt der Datensatz (Buchnummer, Autor, Verlag, Verlagsjahr, Titel, Datum der Aufnahme) ein Buch in einer Bibliothek. Die Datensätze müssen eindeutig identifizierbar sein. Das geschieht über einen oder mehrere Primärschlüssel, in diesem Fall ist der Schlüssel "Buchnummer".

 

 

Das neue PS-Explore-Modul DBQ (DataBase Query = Datenbankabfrage) ist über die Menüleiste "Datenbankoperationen" >> "PS-Explore-Datenbankabfrage" abrufbar.

 

 

Hier kann unser Beispiel Bibliotheksverwaltung.DBQ geladen werden, anhand dessen in aller Kürze ein Ausblick auf die vielfältigen Möglichkeiten des Moduls DBQ gegeben werden soll:

 

 

Bibliotheksverwaltung.DBQ ist ein DBQ-Skript zur Abfrage von Daten aus einer relationalen Datenbank und bezieht sich auf die folgenden Tabellen:

 

*       Entliehen.SSD, die Informationen über jeden einen Ausleihvorgang enthält. Sie enthält im Wesentlichen die Felder "Nutzernummer" und "Buchnummer". Ferner sind aus Gründen der zusätzlichen Verwendung im Datenerfassungsmodul von PS-Explore die Felder "Vorname", "Nachname", "Straße", "PLZ", "Ort" und "Lfd. Nr." Jede Zeile dieser Tabelle ordnet einem Nutzer ein von ihm entliehenes Buch zu.

*       Nutzer.SSD, die die Daten von allen registrierten Bibliotheksnutzern enthält: "Vorname", "Nachname" und "Nutzernummer".

*       Adressen.SSD, die jeder Nutzernummer die entsprechende Straße und Postleitzahl zuordnet.

*       Postleitzahlen.SSD, die jeder Postleitzahl den entsprechenden Ort zuordnet.

*       Bibliothek.SSD, die für jedes Buch eine Zeile enthält: "Buchnummer", "Autor", "Verlag", "Titel", "Verlagsjahr", "Auflage" und "Seiten".

 

"Nutzernummer" verbindet jeden Eintrag der Tabelle Entliehen.SSD mit einem Eintrag der Nutzer.SSD, gleichzeitig verbindet die Buchnummer jeden Eintrag der Tabelle Entliehen.SSD mit einem Eintrag der Bibliothek.SSD, etc. Die Verknüpfungen werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger über die entsprechende Datei im Auswahlfenster fährt:

 

 

Anhand der Kombination Nutzernummer/Buchnummer (4223, 159387) kann man mittels der Verknüpfungen über gemeinsame Felder also alle Informationen aus verschiedenen Tabellen anzeigen, die irgendwie mit der Nutzer- oder Buchnummer in Verbindung stehen, z.B. Adresse des Nutzers und Details zum Buch:

 

 

Eine Schritt-für-Schritt-Erläuterung:

 

Unser Beispielskript Bibliotheksverwaltung.DBQ ist bereits das Ergebnis der Nutzung von DBQ zur Abfrage aus einer Datenbank, dient also quasi der automatisierten Abfrage. Hat man noch keine .DBQ-Datei zur Verfügung, lädt man zunächst eine Haupttabelle in den DBQ-Dialog, in unserem Fall die Datei Entliehen.SSD:

 

 

Zunächst erscheint ein leeres Arbeitsblatt, aus dem man die anzuzeigenden Datensätze auswählen muss. Das Filtersymbol ist nun aktiviert, und nach Anklicken desselbigen kann man Filterbedingungen für die Anzeige des Arbeitsblattinhalts definieren. Pro Klick auf das Filtersymbol kann eine weitere Bedingung hinzugefügt werden:

 

 

 

Um sich die Auswahl der Variablen im Drop-Down-Menü zu vereinfachen, klickt man auf das blaue Symbol rechts des Filtersymbols. Man erhält dann eine Liste aller Feldnamen in Entliehen.SSD und kann diejenigen auswählen, die im Drop-Down-Menü angezeigt werden sollen.

 

 

 

Um nun alle irrelevanten Informationen aus dem Ergebnis der Abfrage herauszunehmen und sich auf die interessierende Buchnummer und Nutzernummer zu beschränken, klickt man den grünen Button rechts des Filtersymbols und wählt die entsprechenden Feldnamen aus bzw. ab:

 

 

Einfacher kann man es sich jedoch machen, wenn man in dem blauen oder grünen Fenster rechtsklickt und das folgende Menü öffnet. Hier hat man nun eine Reihe hilfreicher Möglichkeiten:

 

 

Drückt man danach auf die Schaltfläche "Start", werden die Filterbedingungen auf das Arbeitsblatt angewandt und das Ergebnis im Fenster angezeigt:

 

 

Um nun weitere Tabellen mit der Entliehen.SSD zu verknüpfen, klickt man zunächst auf das gelbe Ordnersymbol mit dem grünen Pluszeichen.

 

 

Weitere Fenster öffnen sich:

 

 

Mittels des gelben Symbols können nun weitere Tabellen hinzugeladen werden.

 

 

Nun gilt es, Verknüfungen zwischen den verschiedenen Tabellen herzustellen. Im linken Fenster kann man eine oder mehrere Tabellen markieren, indem man Strg drückt und die entsprechenden Tabellennamen mit der Maus markiert.

 

Wir fangen mit den oberen zwei an, Entliehen.SSD und Nutzer.SSD. Markiert man diese beiden Tabellen, erscheinen im mittleren Fenster diejenigen Felder, die beiden Tabellen gemein sind. Von diesen wählen wir nun dasjenige als Schlüssel aus, für das wir uns auch schon mit der ursprünglichen Abfrage entschieden haben und das jeden Eintrag in beiden Tabellen eindeutig zuordnet: "Nutzernummer". Ein Doppelklick darauf legt das Feld als Schlüssel fest.

 

 

Des Weiteren verknüpfen wir Nutzer.SSD und Adressen.SSD über das Feld "Nutzernummer" und Adressen.SSD und Postleitzahlen.SSD über das Feld "PLZ". Zu guter letzt noch Entliehen.SSD und Bibliothek.SSD über das Feld "Buchnummer".

 

Um die Abfrage zu starten klicken wir das Fragezeichen-Symbol oberhalb der gelben Fenster:

 

 

 

Neben den hier geschilderten grundsätzlichen Möglichkeiten von DBQ enthält das neue PS-Explore-Modul noch eine Vielzahl von weiteren Funktionen, die im in Vorbereitung befindlichen Handbuch beschrieben werden.. Hierzu gehören:

 

  1. das Handling von Zeichenketten via Wertetiketten,
  2. diverse Möglichkeiten zur Formatierung des Abfrageergebnisses,
  3. Behandlung von durch die Abfrage entstandenen Doubletten,
  4. Transfer der Abfrageergebnisse in ein PS-Explore-Arbeitsblatt,
  5. Transfer der Ergebnisse nach MS-Excel,
  6. Anfügung eines Abfrageergebnisses an ein geladenes PS-Expplore-Arbeitsblatt,
  7. Nutzung von DBQ als integriertes Element in PS-Explore/DBMSys-Datenerfassungsmasken,
  8. Möglichkeiten zur Verwaltung, Änderung und Pflege von Tabellen.

 

Die entschiedenen Vorteile von DBQ liegen neben dem kinderleichten und intuitiven Umgang mit relationalen Datenbankstrukturen in der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit auch großer Datenmengen und Tabellen.

 

Auch ist die nahtlose Einbindung in das Datenerfassungssystem von PS-Explore besonders hervorzuheben. An dieser Stelle lesen Sie in Bälde mehr zu diesem Thema und sehr wichtigen und weiterführenden Möglichkeiten der Datenerfassungskomponente von PS-Explore, z.B. über die neuen Features zur Feldformatierung von Erfassungsfeldern, erhebliche Erweiterungen bei Sprungbedingungen in Masken und vor allem die Möglichkeiten zu flexiblen bedingten Sprüngen zwischen Erfassungsmasken. Ferner erwarten Sie Infos zu den neuen Memofeldern in Erfassungsmasken und vieles andere mehr.